Notizen in der Gnome Shell: Mit Sync Option bitte

Seit mehreren Jahren trage ich die meiste Zeit ein kleines Notizbuch bei mir, in das ich schnell mal ein paar Gedanken schreiben kann. Dies sind meistens nur kleine Erinnerungen, teilweise aber auch komplexere Gedankengänge. Nun dachte ich mir, dass man als Gnome Shell Nutzer solche Notizen auch mit einer kleiner Software verwalten und auf das Android Smartphone synchronisieren kann.

Mein Wunsch war es, eine schlanke Software zu haben, die sich gut in die Gnome Shell integriert und mit der ich meine Notizen verwalten und mit dem Android Smartphone synchron halten kann. Die Daten sollten dabei nicht an Drittanbieter übertragen werden. Ein Sync über meinen Raspberry Pi wäre perfekt.

Im Verlauf meiner Suche habe ich unterschiedliche Programme zur Erstellung von Notizen getestet, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte.

Gnote

Bei Gnote  handelt es sich um ein Desktop-Wiki, um Notizen zu verwalten. Das Programm ist eine Portierung von Tomboy auf C++, kommt also ohne die Laufzeitumgebung Mono aus. Es kann mit Plugins erweitert werden und verwendet das gleiche Format zur Speicherung wie Tomboy.

https://wiki.ubuntuusers.de/Gnote/

Gnote: Notizen
Gnote – Quelle: https://wiki.gnome.org/action/show/Apps/Gnote?action=show&redirect=Gnote

Pro

  • Die Software integriert sich gut in die Gnome Shell.
  • Man kann sehr übersichtlich seine Notizen damit verwalten.
  • Die interne Verlinkung gefällt mir sehr gut. Hat man z.B. eine Notiz mit dem Titel „Artikel schreiben“ und man verwendet dieses Stichwort in einer anderen Notiz, so wird ein interner Link zu dieser Notiz mit dem Titel „Artikel schreiben“ erstellt. Dies erleichtert das Handling der Notizen ungemein.
  • Die Software bietet genug Formatierungen der Texte an.

Contra

  • Ich kann die Notizen nicht auf mein Android Smartphone syncen. Es gibt zwar eine App, die das können soll, zuverlässig hat dies bei mir aber nie funktioniert.

Fazit

Gnote ist eine sehr gute Software um Notizen zu erstellen und zu verwalten. Mit dem Umfang der Software sind auch größere Ausarbeitungen der Gedanken kein Problem. Die unkomplizierte Verlinkung der Notizen bietet mir einen schönen Mehrwert, den andere Programme nicht haben. Aufgrund fehlender Möglichkeit zum Sync der Notizen auf ein Android Gerät, erfüllt sie allerdings nicht alle Wünsche.

CherryTree: Notizen für die Gnome Shell

Bei Cherrytree handelt es sich um einen Gliederungseditor (Outliner), mit dessen Hilfe sich Notizen aller Art sammeln und sortieren lassen. Dieser wird seit mehreren Jahren weiterentwickelt und ständig verbessert. Eine seiner Stärken ist der enthaltene Editor, mit dem sich die Notiz in vielerlei Hinsicht bearbeiten lassen.

Cherrytree Übersicht
Cherrytree – Quelle: http://www.giuspen.com/images/cherrytree-main_window_text.png

Pro

  • Sehr viele Features und Möglichkeiten die Notiz optisch und inhaltlich aufzubereiten.
  • Zahlreiche Notizen lassen sich in der Baumstruktur ordentlich abheften und wiederfinden.

Contra

  • kein Sync.
  • passt nur mäßig in den Gnome Desktop.

Fazit

Wer zahlreiche Notizen verwalten will und wem die Optik nicht so wichtig ist, der ist mit cherrytree allerbestens bedient. Ich verwende die Software auch schon seit Jahren und mittlerweile hat sich eine dreistellige Anzahl von Notizen (kleinere Dokumente, die ich an einem Platz haben möchte, aber für die ich kein eigenen LibreOffice Dokument erstellen möchte) angesammelt.

Gnome-Notes: Notizen für die Gnome Shell

Gnome-Notes (früher unter dem Namen Bijiben) bekannt, zeigt eine klare Linie, ist einfach zu bedienen und integriert sich extrem gut in die Gnome Shell.

Gnome Notizen (aka Bijiben)
Gnome Notizen – Quelle: http://worldofgnome.org/uploads/2014/02/bijiben-thumbs.png

Pro

  • Sehr gute Integration in die Gnome Shell. Sie passt wunderbar zu den ganzen anderen Gnome Apps.
  • Die Notizen lassen sich unterschiedlichen Notizbüchern zuordnen.
  • Eine sehr einfache, intuitive Bedienung.

Contra

  • Fehlende Synchronisation.
  • sehr rudimentäre Möglichkeiten zur Formatierung der Notizen. Links werden nur als Text dargestellt.

Fazit

Anfangs dachte ich, in Notes die App gefunden zu haben, die ich gesucht habe. Optisch sehr schön, und funktional sehr einfach gehalten. Aber schon nach ein paar Minuten war mir klar, dass das Gnome Team mit dieser App eine gute Idee hatte, diese aber noch nicht ausgereift ist, wie es bei so vielen Gnome Apps der Fall ist. Der fehlende Sync und die Unfähigkeit klickbare Hyperlinks zu erzeugen waren ein NoGo für mich.

Google Keep: Notizen für die Gnome Shell

Google Keep ist die Notizverwaltung von Google. Diese gibt es als Chrome App, welche sich dann eigenständig starten lässt. Das Layout finde ich sehr schön, denn es wurde schlicht gehalten. Die Bedienung ist intuitiv und bietet alles, was man braucht.

Google Keep
Google Keep

Pro

  • gute Möglichkeiten der Formatierung der Notizen. Listen und ToDo Listen können erstellt werden.
  • 1a Sync zum Smartphone für der dazu gehörenden App.
  • in meinen Augen eine sehr schöne Optik. Sie passt gut in den Gnome Desktop

Contra

  • Die Daten liegen bei Google

Fazit

Google Keep ist fast perfekt. Vom Handling und von den Features bietet sie genau das, was ich suche. Allerdings liegen die Daten bei Google. Dies möchte ich nicht. Wer damit keine Probleme hat, dürfte die wohl beste Notiz Anwendung für den Linux Desktop gefunden haben.

nano: Notizen für die Gnome Shell

Jetzt kommen wir zu nano, den kleinen Texteditor für das Terminal. Dieser Editor ist bei Ubuntu standardmäßig installiert. Es muss also keine Zusätzliche Software installiert werden.

Damit ich meine Notizen direkt aus der der Gnome Shell aufrufen kann, habe ich einen Desktop Datei erstellt.
.local/share/applications/notizen.desktop


[Desktop Entry]
Version=1.0
Name=Notizen
GenericName=Notizen im Terminal
Comment=Notizen in nano schreiben
Exec=nano ~/Sync/Notizen.txt
Icon=gnote
Terminal=true
Type=Application
Nano Notizen
Notizen mit nano verwalten.

Jetzt kann ich meine Gedanken aufschreiben. Speichere ich die Datei ab, wird sie per Syncthing direkt auf das Smartphone bzw. den Raspberry Pi synchronisiert.

Pro

  • sehr schlank. Es muss keine zusätzliche Software installiert werden.
  • Hier habe ich alles in einer Datei.
  • Die Synchronisation funktioniert dank Syncthing sehr gut.

Contra

  • Keine Formatierung der Texte

Fazit

Wer nur Notizen als „PostIt“ aufschreiben möchte, dem dürfte dieser Ansatz absolut ausreichen. Auf dem Desktop und dem Smartphone hat man immer den aktuellen Stand der Notizen, welche auch unter eigener Kontrolle bleiben und nicht bei einem Drittanbieter liegen.

 

Wofür habe ich mich entschieden?

Die Eierlegendewollmilchsau habe ich leider nicht gefunden.

Um mir eine schnelle Notiz zu machen verwende ich die nano Methode. Einfacher geht es nicht. Aber mir reicht es vollkommen aus. Sie ist das Pendant zu einem PostIt. Arbeite ich die Idee etwas weiter aus, dann wandert die „Notiz“ in Gnote. Dort habe ich einfach mehr Möglichkeiten als in nano. Sind es Gedanken / Ideen, die ich evtl. in ein paar Jahren noch brauchen könnte, dann speichere ich diese Dinge in cherrytree ab.

 

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